Messing-Schrott

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Wir schreiben das Jahr 64 vor Christus. Der römische Konsul Cicero, ein Chronist seiner Zeit, verfasst ein Traktat über den moralischen Verfall der Händler in den Straßen der Ewigen Stadt. Er zielt hierbei vor allem auf die Goldhändler, die ihren Kunden immer wieder Messing verkaufen und dies als Gold ausgeben. Keineswegs ein altes Problem. Vor allem Reisende in den Nahen Osten kehren nicht selten mit „Golduhren“ zum Schnäppchenpreis zurück, deren Gehäuse bei näherem Hinsehen aber nur aus sogenanntem Talmi-Gold besteht, einer Messinglegierung, die im besten Fall noch eine Goldplattierung erhielt.

Was ist denn Messing eigentlich?

Messing ist eine Legierung aus den Metallen Kupfer, Zink sowie weiteren Metallen, vor allem Blei. Der Hauptbestandteil von Messing ist immer Kupfer. Er muss mindestens 50 % betragen. Der zweite Bestandteil ist Zink, dessen Anteil von 2 bis 40 % schwanken kann. Die mit Abstand am häufigsten vorkommende Messinglegierung ist das sogenannte Messing58. Diese Legierung besteht aus 58 % Kupfer sowie entweder 39 % Zink und 3 % Blei oder 40 % Zink und 2 % Blei. Diese Legierung, auch Automatenmessing genannt, eignet sich hervorragend zur Bearbeitung in Dreh- sowie Fräsbänken und damit zur Serienfertigung.

Je höher der Kupferanteil, desto weicher wird Messing und lässt sich so mechanisch gut verformen. Derartige Messinglegierungen werden beispielsweise Tombak genannt. Sie besitzen einen Kupferanteil von über 67 %. Dieses Messing eignet sich nicht für die maschinelle Bearbeitung, aber zur Fertigung von Haushaltsgegenständen und im Kunsthandwerk. Mit steigendem Kupfergehalt verändern sich die Anwendungsgebiete. Tafelmessing etwa besitzt einen Anteil von 70 % Kupfer und 30 % Zink. Diese Messinglegierung gehört zu den klassischen Legierungen, die noch heute zur Herstellung von Tafelgeschirr, aber auch für Teile in der Feinmechanik genutzt wird, etwa der Unruh oder der Pendelmasse in mechanischen Uhren.

Messing ist als Schrott begehrt und wertvoll

Bezüglich des Wertes beim Messing Schrott verkaufen an einen Schrotthändler rangiert das Metall aktuell an 5. Stelle hinter Elektronik-Schrott, Zinn, Hartmetallen HSS und Kupfer.

Der große Vorteil von Messingschrott besteht darin, das er zu 100 % recycelbar ist. Natürlich wird versucht, auch Messing nach der jeweiligen Legierung zu sortieren. Deshalb sind im Schrottankauf ganze Messingstücke mehr wert als etwa gemischte Messingspäne, da ihre Zusammensetzung leichter zu erkennen ist. Der Löwenanteil an Messingschrott entsteht in den Unternehmen, die Messing verarbeiten. Das können Schnittabfälle von Abkantbanken sein, Profilstücke von zugeschnittenen Halbzeugen oder eben Späne aus der Fertigung in Bearbeitungszentren. Die Sammlung des Messingschrotts erfolgt entweder in Containern oder Metallkisten. Große Mengen veranlassen dabei Altmetall Händler, wie die Firma Madi in der Region Hamburg, dazu, den jeweiligen Unternehmen die Schrottabholung inklusive der Bereitstellung von Containern anzubieten.

Messing58, der Dauerbrenner im Schrotthandel

Messing wird zwar nicht wie Kupfer in Bergwerken oder im Tagebau gewonnen, sondern legiert, aber trotzdem lassen sich bezüglich der Anwendungshäufigkeit Vergleiche ziehen. Vor allem im Bauwesen ist Messing58 seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein fester Standard. Dabei wird Messing bereits seit rund 200 Jahren, vor allem bei der Wasserleitungsinstallation im öffentlichen und privaten Versorgungsnetz, verwendet. Es löste gerade bei Armaturen und Fittings das stark rostende Eisen ebenso wie das giftige Blei ab.

Nach einer Hochrechnung der Gütegemeinschaft Messing-Sanitär e. V. werden allein in Deutschland pro Jahr rund 250 Millionen Messing-Bauteile in Häusern verbaut. Umgerechnet sind dies etwa 150.000 Tonnen Messing58. Eigentlich eine fast unglaubliche Zahl, die jedoch noch interessanter ist, wenn die Langlebigkeit von Messing58 betrachtet wird. Fittings, Ventile und Armaturen aus Messing verbleiben nach dem Einbau zwischen 30 und 40 Jahre an Ort und Stelle. Der Wechsel erfolgt dann jedoch meist nicht, weil die Bauteile nicht mehr funktionsfähig wären, sondern einfach im Zuge von Sanierungs- und Renovierungsarbeiten.

Die Messinglagerstätten von heute und morgen, finden sich in unserer Infrastruktur

Wieviel Messing sich in einem Gebäude befindet, ist vor allem davon abhängig, wie groß das Frischwassersystem des Hauses ist. Dazu gehören die Küche, das Badezimmer, eventuell eine Gästetoilette und die Heizungsanlage. Da kommen durchaus so rund 25 bis 30 kg Messing zusammen. Dazu noch Stück-Messing, das im Schrotthandel nach Rotguss-Messing den höchsten Preis erzielt. Es lohnt sich also durchaus, bei einer Renovierung oder Sanierung den anfallenden Messingschrott zu sammeln und an den Schrotthändler seines oder ihres Vertrauens zu verkaufen.

Messing findet sich in vielen Haushalten, aber nicht nur an den Wasserleitungen. So ist etwa Kunsthandwerk aus Messing ein beliebtes Mitbringsel aus dem Urlaub, aber nach einer gewissen Zeit dann doch nur noch ein Staubfänger, der irgendwann in den Keller oder auf den Dachboden wandert. Dabei handelt es sich überwiegend um Tombak, einer Messinglegierung mit rund 70 % Kupferanteil und somit auch einem höheren Altmetall Preis.

Das „gute“ Tafelgeschirr aus Omas und Opas Zeiten besteht eher selten aus Gold oder Silber, sondern aus Tafelmessing, ebenso wie so mancher Schatz aus ererbtem Schmuck. Nun entspricht das Design solcher Erbstücke eher weniger dem aktuellen Geschmack und auch die Antiquitätenhändler sind reichlich damit eingedeckt. Ein Blick in die Online-Marktplätze genügt, um festzustellen, dass sich der Verkauf im Verhältnis zum Aufwand kaum lohnt. Im Schrotthandel hingegen wird nach Gewicht und Metallwert angekauft und nicht danach, ob das Stück wirklich Antik ist oder nur auf Alt getrimmt wurde. Vor allem muss nicht erst ein Käufer oder eine Käuferin gesucht werden.

Der Ankauf von Alt-Metall erfolgt bei Unternehmen wie Madi-Schrott zu festen Zeiten an 6 Tagen die Woche. Ist doch besser den Spatz in der Hand zu haben, als die Taube auf dem Dach nur zu betrachten, oder?