Schrotthändler – ein interessanter Beruf

Von Beruf Schrotthändle

Ihm fehlt das klassische Berufsbild eines Handwerkers genauso wie das eines Industriefacharbeiters oder eines Verwaltungsangestellten. Trotzdem ist der Beruf des Schrotthändlers eine wichtige und interessante Tätigkeit, die für Industrie und Gewerbe immer bedeutender wird.

Sein Arbeitsumfeld ist der Schrottplatz, aber auch der regionale Bereich, wie bei der Firma Madi mit Sitz in Buchholz der Großraum Hamburg, in dem mittels Lkw Schrott abgeholt wird, um ihn dann auf dem Schrottplatz aufzubereiten. Der Beruf Schrott-Händler umfasst eine Vielzahl von Tätigkeiten, die handwerkliche, industrielle und kaufmännische Fähigkeiten verlangen. Er oder auch sie sind Generalisten in Sachen Altmetall.

Recycling von Metallen, nichts geht ohne den Schrotthändler

Die Bedeutung von Metallen für die Güterindustrie nimmt auch in Krisenzeiten kaum ab, vielmehr kann es zu einer Verlagerung kommen, in denen bestimmte Metalle höher gewertet werden als andere. Dabei erfolgt eine immer stärkere Fokussierung auf Recycling-Metalle, die nicht einfach nur natürliche Ressourcen schonen und so einer umweltschonenden Nachhaltigkeit Rechnung tragen. Vielmehr überzeugt Altmetall oft durch seine bereits vorhandene Spezifikation, die bestimmte industrielle Prozesse vereinfachen und beschleunigen. Hinzu kommt eine schon im voraus bestimmbare Güte.

In nicht wenigen Segmenten hat der Einsatz von recyceltem Metall den von neu hergestelltem Metall überholt oder liegt im Bereich von 50 %. Die Bergwerke und Minen von heute, das ist die veraltete Infrastruktur in Verkehr, Immobilien und Industrie, die ersetzt werden muss. Noch ist es kein perfekter Kreislauf, doch es wird viel dafür getan, die natürlichen Ressourcen immer weniger in Anspruch zu nehmen. Der Altmetallhandel ist dabei der wichtigste Umschlagplatz. Und auch für private Verkäufer ist die Altmetallabholung von kleinen Mengen nicht unbedeutend für das eigenen Portemonaie.

Der Schrott-Platz, Dreh und Angelpunkt für den Altmetallankauf

Wenn der Schrotthändler oder die Schrotthändlerin mit ihrem Team ihr Tagesgeschäft beginnt, dann ist das immer so ein bisschen wie die Eröffnung einer Aktienbörse. Die tagesaktuellen Preise der verschiedenen Metalle bestimmen An- und Verkauf. Wichtigster Verbündeter hierbei ist natürlich Kollege Computer, doch vieles beruht ebenso auf Erfahrung und Wissen.

Praktisch jedes Metall, das im Metallankauf üblicherweise vorkommt, ist eine Legierung. Doch nicht einfach nur eine Legierung mit feststehender Zusammensetzung. Von den am meisten genutzten Metallen gibt es jeweils eine Vielzahl an unterschiedlichen Legierungen. Allein die Legierungen von Edelstahl und deren Spezifikationen füllt ganze Fachbücher und jedes Jahr kommen neue Legierungen hinzu. Ähnlich verhält es sich mit Kupfer oder Messing. Die Wertigkeit der Metalle bestimmt sich einerseits durch die Zusammensetzung und andrerseits durch die Nachfrage. Dabei unterliegen die Preise mancher Metalle durchaus hohen Schwankungen, die sich sogar innerhalb eines Tages erheblich verändern können. Der Schrott-Händler muss dementsprechend immer ein Auge darauf haben, wie die Kurse stehen. Hört sich eigentlich mehr nach Börsenhändler an.

Tatsächlich gibt auch im Schrott-Handel bestimmte Mechanismen, die denen im Rohstoffhandel gleichen. Ist der Preis für eine bestimmte Metallsorte im Keller, wartet der erfahrene Händler mit dem Verkauf, bis sich eine Marge erzielen lässt, die den Aufwand der Aufbereitung rechtfertigt, und der ist oft recht hoch.

Metallschrott aufbereiten, nicht so einfach wie gedacht

Genau wie im klassischen Handel mit Rohstoffen, übernimmt der Händler immer mehr Aufgaben (beispielsweise die Reifung von Bananen, die Veredelung von Stoffen etc.) oder delegiert diese in eigenem Auftrag zumindest. Denn auch im Schrotthandel steht zunächst die Aufbereitung an.

So wie die Verkäufer von Schrott einen angemessenen Preis erwarten, möchten die Ankäufer möglichst sortenreines Metall erwerben beziehungsweise Metalle, die sich in ihren eigenen Systemen weitgehend problemlos weiter aufbereiten lassen. Das ist aber längst nicht alles. Der Schrott-Händler ist heute ein viel größerer Umweltschützer als so manches Unternehmen, das etwa mit einem Bio-Siegel wirbt. Im Schrotthandel fallen nicht wenige Gefahrstoffe an, die sachgerecht entsorgt werden müssen. Diese Vorgänge unterliegen der behördlichen Überwachung und müssen genauestens protokolliert werden. Bis auf radioaktiv belastete Metalle, die nur mit Sondergenehmigung von Spezialfirmen behandelt werden dürfen, kann es auf einem Schrott-Platz alles geben. Vom Altöl im verschrotteten Unfallwagen über Batteriesäure bis zu Fässern mit Chemikalienresten. Dementsprechend ist ein Schrott-Platz nicht irgendein umzäuntes Gelände irgendwo in der Landschaft. Der Einbau eines Ölabscheiders sowie dessen regelmäßige Wartung durch eine Fachfirma ist ebenso Pflicht wie ein Absetzbecken oder eine säure- und laugenfest beschichtete Auffangwanne, die durchaus die Größe eines Swimmingpools besitzen kann.

Ein Schrott-Platz erfordert hohe Investitionen in Geräte und Maschinen

Der Beruf des Schrott-Händlers wird überwiegend in der Selbständigkeit ausgeführt. Das ist mit Investitionen in eine entsprechende Infrastruktur verbunden. Dazu können Kräne gehören, Gabelstapler oder Radlader, eine Schrottpresse, eine Schredderanlage, eine befahrbare Bodenwaage, ein Lkw und auch verschließbare Lagerhallen. Ein paar Tonnen sortenreines Kupfer beispielsweise stellt einen beträchtlichen Wert dar und lockt durchaus ungebetene Gäste an.

In bestimmten Bereichen und zu bestimmten Jahreszeiten ist die Nachfrage an Metallen größer als das Angebot. Das Unternehmen Madi aus Buchholz stellt deshalb seinen Kunden aus dem Großraum Hamburg einen besonderen Service zur Verfügung. Unternehmen aus der Baubranche können bei Bedarf einen Container für Metallschrott anfordern. Ebenso können Privatpersonen, die vielleicht gerade einen Altbau sanieren, diesen Service in Anspruch nehmen. Nicht wenige Firmen der Metallbaubranche lösen mit dem Service der Firma Madi ihr logistisches Problem in Bezug auf die Metallschrottabholung von Metallabfällen wie Späne von Metallsägen oder Drehbänken und Reststücke von Abkantbanken und Pressen.

Der Beruf des Schrott-Händlers hat viele Facetten

Unternehmen wie Madi stehen für eine moderne Art des Altmetallhandels und sind dabei Anlaufstelle für Gewerbe, Industrie und Privatpersonen, die etwa ihren Altmetallschrott entsorgen möchten, dabei Platz im Keller schaffen und auch noch ein paar Euro verdienen. Alle sind zufrieden und die Gegenstände aus Metall treten ihre unendliche Reise in der Kreislaufwirtschaft an und werden zu neuen Produkten, die irgendwann auch erneut auf dem Schrottplatz auftauchen.